In Westeuropa wurden weibliche Diakone ab dem 3. Jahrhundert breiter bekannt, als die Didascalia – mit ihrer ausdrücklichen Empfehlung an die Bischöfe: „wählt Frauen als Diakone!“ – dem Frauendiakonat eine breitere Öffentlichkeit gab. Wir wissen daß weibliche Diakone im Westen bis ungefähr ins 12. Jahrhundert tätig waren. Die Beweise sind in Entscheidungen örtlicher Kirchenkonzilien, im Ordinierungsritus der in 6 Sakramentarien und 9 Pontifikalen (welche wir alle auf unserer Webseite veröffentlicht haben), in historischen Dokumenten und in den Lebensgeschichten von 15 weiblichen Diakonen die wir namentlich kennen, enthalten. Details siehe unten!
- Der Unterschied zwischen Ost und West
- Geweihte weibliche Diakone in Gallien
- Geweihte weibliche Diakone in Italien, insbesondere in Rom
- Der westliche Weiheritus für weibliche Diakone
1. Der Unterschied zwischen Ost und West
Drei Faktoren sprachen gegen einen bedeutenden Anstieg der Zahl weiblicher Diakone: Vorurteile gegen Frauen im traditionellen römischen Recht, das Fehlen der starken pastoralen Forderung nach weiblichen Diakonen welche im Osten gefunden wurde und eine Reihe liturgischer Vorurteile gegen Frauen.
Im Gegensatz dazu blühten im Osten die weiblichen Diakone. Praktisch jede Pfarrkirche hatte ihren örtlichen weiblichen Diakon, mehr als hundert von ihnen kennen wir namentlich. Der Weiheritus für weibliche Diakone war mit Sicherheit sakramental und nahezu identisch zu dem männlicher Diakone. Der Ritus wurde in acht antiken Manuskripten, welche alle auf unserer Webseite veröffentlicht wurde, überliefert. Diakoninnen im Osten spielten eine wesentliche Rolle darin, weibliche Katechumenen auf die Taufe vorzubereiten, bei ihrer Taufe zu assistieren und sie in der Kirche und zuhause zu betreuen.
Der geschwächte Status von Diakoninnen im Westen wird auch durch zwei weitere Besonderheiten deutlich:
- Seit die Erwartung wuchs, daß männliche Diakone, wie die Priester, sich der Sexualität enthalten sollten, wurden ihre Frauen zu „Diakonissen“ – nachdem sie ihre Zustimmung gaben und nachdem sie geweihte Dianoninnen in ihrem eigenen Recht waren. Weitere Informationen hier.
- An vielen Orten war die wahre Funktion der Diakonissen unbekannt. Sie wurde schnell mit einer Form von klösterlicher Berufung gleichgesetzt. Diese Art Diakonisse war eine „verherrlichte Nonne“. Das wird zum Beispiel durch das Leben der Sigolena und Fußnoten zu antiken Texten Theologen im Mittelalter zeigen einen entsetzlichen Mangel an Verständnis dessen, was die Diakoninnen bedeuteten – abgesehen von wenigen Ausnahmen.
Dennoch waren Diakoninnen im Westen tätig.
2. Geweihte weibliche Diakone in Gallien
Es gibt klare Beweise, welche zeigen daß geweihte Diakoninnen in Gallien ab dem vierten Jahrhundert existierten.
1. Wir kennen 6 Diakoninnen in dieser Zeit in Gallien namentlich: Theodora von Ticinillien in dieser Periode namentlich: Geneviève von Paris, Radegund von Poitiers, Theodora von Ticini, Sigolena von Arles, Hilaria von Reims und Ida von Remiremont.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
2. Acht örtliche Konzilien erwähnen die Anwesenheit von Diakoninnen: Nîmes, Orange, Vannes, Epaon, Orléans, Tours, Macon und Reims. Die meisten davon gehören zur Provinz Lyon. Üblicherweise ist die Reaktion auf Diakoninnen negativ: Sie sollten nicht länger geweiht werden, ihr Diakonat soll „in unserer Region“ abgeschafft werden, ect. Dies enthüllt sowohl das Vorurteil der ursprünglichen römischen Kolonisten als auch, möglicherweise, Macho-Widerstand der neuen Herren, der Franken. Aber die wiederholte Ablehnung des Frauendiakonates belegt seine fortdauernde Existenz.
| Konzil von Nimes 394 | Synode von Vannes 465 |
„Wir schaffen die Weihe von Witwen die man weibliche Diakone nennt, ab“ |
Die Karte stellt die Situation ca. 300-800 n.Ch. Dar
![]() |
3. Geweihte Diakoninnen in Italien, insbesondere in Rom
Diakoninnen fanden sich in ganz Italien und in Rom in geringerer Zahl. Historische Aufzeichnungen zeigen, daß die Weihe von Diakoninnen vom 5. bis ins 11. Jahrhundert in Rom selbst ekklesiastische Tatsache war, samt Frauen die vom Papst selbst, üblicherweise in der Petersbasilika, zu Diakoninnen geweiht wurden. Für die Beweise klicken Sie auf die Abbildungen der Päpste.
Diakonissen in Italien
| Tryphena 1. Jahrhundert |
Tatiana 3. Jahrhundert |
Justina 4. Jahrhundert |
Melania 5. Jahrhundert |
Anna 6. Jahrhundert |
Eufimia 8. Jahrhundert |
Unbekannt in Capua 11. Jahrhundert |
4. Der westliche Weiheritus für Diakoninnen
Die sogenannte Mainzer Originalfassung ca. 850 n.Ch.Die Mainzer A-Fassung (in fünf Pontifikalen) ca. 900 n.Ch.Die Mainzer B-Fassung (in vier Pontifikalen) ca. 950 n.Ch. Lesen Sie die vollständige Geschichte hier.
![]() ![]() ![]() |
Der schwankende Status des Frauendiakonates im Westen wird in Der Weiheritus für Diakoninnen im Westen reflektiert. Der Ritus wurde in antiken Sakramentarien [=Sammlung von liturgischen Gebeten für Bischöfe] und Pontifikalen [=Sammlung von voll ausgearbeiteten Eucharistien] bewahrt. Auf unserer Webseite veröffentlichen wir den Text der in sechs Sakramentarien und neun Pontifikalen gefunden wurde [klicken Sie auf die Icons um diese Texte zu sehen]. Wir sind in der Lage, die Entwicklung des zentralen Weihegebetes durch Stadien wie:
Die antiken römischen Sakramentarien 313-600 n.Ch. Der protogregorianische Ritus ca. 600 n.Ch. |
![]() ![]() ![]() |
Wir können ebenfalls die Stadien in der Weihemesse für Diakoninnen verfolgen:
Die sogenannte Mainzer Originalfassung ca. 850 n.Ch.
Die Mainzer A-Fassung (in fünf Pontifikalen) ca. 900 n.Ch.
Die Mainzer B-Fassung (in vier Pontifikalen) ca. 950 n.Ch.
Lesen Sie die vollständige Geschichte hier.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Diese Webseite wird vom Wijngaards Institute für katholische Forschung betreut.

































