Der Weiheritus für Diakoninnen im Westen
Stadien seiner Entwicklung
von John Wijngaards
| 1. Die Apostel legten den ersten sieben Diakonen die Hände auf (Apg 6,1-7). Sie weihten Diakone in vielen frühen Gemeinschaften, unter ihnen Diakoninnen (Röm 16,1). Wir können die Form des ältesten Weihegedichtes – ein Muster, ein Modell, einen Rahmen – das prinzipiell für männliche und weibliche Diakone identisch war, aus existierenden Quellen ableiten. | 30-300 n.Ch.
Exaudi, Domine, preces nostras et super hanc famulam tuam N. Spiritum tuae benedictionis emitte, ut coelesti munere ditata, et tuae gratiam possit maiestatis acquirere, et bene vivendi aliis exemplum praebere. Per. . . |
| 2. Durch Beweise in Italien, Nordafrika, Deutschland, Britannien und Gallien [=Frankreich] wissen wir, daß die Weihe von Diakoninnen trotz traditionellem rönmischen Widerstand gegen Führungsrollen von Frauen existierte. Aus späteren Quellen können wir die Hauptkomponenten des Weiheritus’ für Diakoninnen die sich nun entwickelten, herleiten. | 313-600 n.Ch.
Antike römische SakramentarienTitel |
| Deutschland | Papst Gregor I | Gallien | |||
| Wir wissen anhand späterer deutscher Pontifikale (siehe Mainz unten), daß ein Sakramentarium, welches die vollständigen Gebete für das Diakonat für Diakoninnen enthielt, in deutschen Ländern existierte. Das ist der Text den Personen wie St. Bonifatius, Erzbischof von Mainz, verwendet haben müssen. | 500-750 n.Ch.
Das „deutsche“ Sakramentarium |
Papst Gregor I, genannt Gregor der Große, wird das Zusammenstellen eines ersten halboffiziellen Sakramentariums, welches Weihegebete für Bischöfe, Priester und Diakone enthielt, zugeschrieben. Es gibt Hinweise die zeigen, daß es eine verkürzte Fassung von Gebeten für die Weihe von Frauen enthielt. | ca. 600 n.Ch.
Protogregorianisches Sakramentarium |
Die liturgische Situation in Frankreich (dem heutigen Gallien) war unübersichtlich. Daher schickte Papst Adrian I. Im Jahr 786 n.Ch. Karl dem Großen ein Modellsakramentarium, an welches sich die Bischöfe halten sollten. Adrian behauptete, daß es seine letztgültige Authorität von Papst Gregor dem Großen bezogen hatte. Durch fünf Manukskripte die von diesem „Hadrianum“ kopiert wurden, wissen wir recht gut, welche Gebete es bezüglich der Weihe von Diakoninnen enthielt. | 786 n.Ch.
Hadrianisches Sakramentarium |
| 6. Währenddessen wurde in Deutschland auf der Basis des Römischen\Deutschen Sakramentariums ein Pontifikal erstellt. Es muss sowohl die grundlegenden Weihegebete enthalten haben, als auch die Messe zur Weihe einer Diakonin, die – mehr oder weniger – die traditionellen Elemente wirklicher Weihe enthielt, auch wenn sein Hauptfokus nun darauf lag, daß die Diakonisse sexuelle Enthaltsamkeit schwor. | ca. 850 n.Ch. Mainzer Originalpontifikal Titel Rubrik über die Stola Weihegebet HEILIGE MESSE Weihegebet Umlegung der Stola [Weihe] Segnung |
| 7. Fünf vorhandene Manuskripte, die wir kennen, folgen dem „Mainzer Originalsakramentarium“ fast wortwörtlich. | ca. 900 n.Ch. Mainzer A-Pontifikal Titel Rubrik über die Stola HEILIGE MESSE Weihegebet Umlegung der Stola [Weihe] Segnung |
| 8. Andere Manuksripte zeigen, daß die Messe zur Weihe von Diakoninnen an manchen Stellen erheblich verändert wurde. Fast alle Elemente wirklicher „Weihe“ waren jetzt aus der Messe entfernt worden. Aber die traditionelle Einführungsrubrik und die Weihegebete wurden beibehalten. | ca. 950 n.Ch. Mainzer B-Pontifikal Titel Rubrik über die Stola Weihegebet HEILIGE MESSE [Weihe] Segnung |



